Kapitalanlage in Österreich—5 Steuerklassen, die Sie kennen sollten

Machen Sie Steuern zu einem Teil Ihrer Kapitalanlagestrategie

Kluge Investitionen bringen Gewinne. Allerdings denken Kleinanleger ihre Investitionen oft nicht zu Ende – nämlich was mit dem Gewinn aus steuerlicher Sicht passiert. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die fünf häufigsten Steuervarianten bei Kapitalanlagen und gehen kurz auf deren steuerliche Behandlung ein. Bitte beachten Sie, dass es unzählige Anlageprodukte gibt und wir in diesem Artikel nicht alle ausführen können.

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Annahme: Ihr steuerlicher Wohnsitz ist in Österreich

Die folgende Übersicht gilt für natürliche Personen mit steuerlichem Wohnsitz in Österreich. Bitte beachten Sie, dass bei einer Anlage aus dem Ausland in den österreichischen Kapitalmarkt je nach Typ jeweils andere Regeln gelten.

Möchten Sie mehr über Investitionen aus dem Ausland erfahren?
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Wertpapiere im Allgemeinen (27,5%)

Zugegeben, Wertpapiere sind ein extrem weit gefasster Begriff. Im deutschsprachigen Raum weicht das gängige Verständnis des Begriffs allerdings etwas vom englischen Begriff ab. Ein Wertpapier im hiesigen Sinne könnte man vielleicht als eine Urkunde bezeichnen, die ein Vermögensrecht bescheinigt, das gegen den Schuldner ausgeübt werden kann, wenn diese Urkunde vorgelegt wird.

Sparkonten (25 %)

Sparkonten und andere Bankeinlagen in bar zählen möglicherweise zu den sichersten—und am wenigsten profitablen—Möglichkeiten für passives Einkommen. Obwohl die Gewinne recht gering sein können, gibt es einen kleinen Vorteil durch die niedrigere Kapitalertragssteuer für diese Anlagen—25 % im Gegensatz zu 27,5 % im Falle von Wertpapieren.

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Aktien inkl. Dividenden, Anleihen inkl. Zinsen und ETF’s (27,5%)

Share, bonds and ETF’s might be the most common forms of investment among private individuals. By Aktien, Anleihen und ETF’s dürften die gängigsten Anlageformen unter Privatpersonen sein. Grundsätzlich gilt, dass sowohl der durch den Verkauf realisierte Wertzuwachs als auch alle anderen Erträge wie Dividenden oder Zinsen unter den gleichen Steuertarif fallen—27,5 %. Ein ganz alltägliches Thema sind thesaurierende Fonds. Diese schütten die Erträge nicht regelmäßig aus, sondern investieren jede erhaltene Dividende im Auftrag der Anteilseigner. Im österreichischen Steuersystem führt eine solche Reinvestition zu Einkünften, die den Dividendenzahlungen gleichkommen. Die steuerliche Behandlung Ihres Fonds in Österreich können Sie auf der Plattform Kapitalmarkt Services (Link) überprüfen. Wenn keine steuerlichen Informationen für Ihren Fonds verfügbar sind, halten Sie möglicherweise einen “schwarzen” Fonds (mehr dazu in der Randnotiz unten).

Wünschen Sie ein Tutorial zur Verwendung der Kapitalmarkt Services?
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CFDs, Futures, Optionen, Privatkredite, Forex (bis zu 55%)

Derivative Anlageprodukte, wie z. B. Differenzkontrakte, Optionen oder Futures, fallen nicht unter den (niedrigeren) Kapitalsteuertarif. Stattdessen fallen sie unter den regulären Einkommensteuertarif, der—abhängig vom Jahreseinkommen—bis zu 55 % betragen kann. Oftmals ist die steuerliche Einordnung einer komplexen Anlage sehr schwierig. Leider gibt es im Internet eine Menge irreführender Informationen. Es ist daher immer eine gute Idee, einen Spezialisten zu konsultieren, bevor man eine Steuererklärung abgibt. Als Faustregel könnte man sagen, dass es sich um ein Derivat handelt, wenn der Wert einer Anlage von einem anderen Gegenstand abgeleitet ist. Dies ist jedoch eine extreme Vereinfachung aller damit verbundenen Themen.

Was ist Ihre Erfahrung? Hat Ihnen Ihr Broker oder Ihre Bank zuverlässige Steuerinformationen zur Verfügung gestellt?

Krypto-Währungen (0% oder bis zu 55%)

Obwohl es wohl niemanden gibt, der Kryptowährungen nicht als Kapitalanlage betrachten würde, sind Kryptos nach österreichischem Steuerrecht weder eine Währung noch eine Kapitalanlage. Sie werden als immaterielle Wirtschaftsgüter klassifiziert. Im Allgemeinen sind immaterielle Wirtschaftsgüter im Privatbesitz nur innerhalb der sogenannten Spekulationsfrist – ein Jahr nach dem Erwerb – steuerpflichtig. Wenn Sie das Wirtschaftsgut länger als ein Jahr halten, bevor Sie es verkaufen, ist der Verkauf steuerfrei. Im Zusammenhang mit Kryptowährungen gibt es aber noch ein paar weitere Themen zu beachten—mehr dazu in unserem Beitrag über Kryptowährungen.

Wir haben einen Beitrag über die Besteuerung von Kryptowährungen in Österreich geschrieben.
Sie können ihn hier finden.

Randnotiz: Ausländische Kapitalerträge und schwarze Fonds

Wenn Sie Ihren steuerlichen Wohnsitz in Österreich haben, Ihre Kapitalanlagen aber im Ausland liegen, müssen Sie diese trotzdem in Ihrer österreichischen Steuererklärung angeben. Für Personen, die sonst nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit haben, ist ein Wechsel der Erklärungsart von Arbeitnehmererklärung auf Einkommensteuererklärung erforderlich. Eine besondere Herausforderung ist oft die Beschaffung von Steuerinformationen für ausländische Investments, die in Österreich benötigt werden. Ein Fonds oder ETF, der seine Steuerinformationen nicht meldet, erweist sich oft als Fehlinvestition, da die Rechtsberatungsgebühren für die Steuererklärung oft die erzielten Gewinne übersteigen.

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Zusammenfassung

Die Besteuerung beeinflusst den Gesamtgewinn aus Kapitalanlagen. Insbesondere wenn zwei alternative Anlageprodukte ähnliche Risiken und Gewinnchancen bieten, können die geltenden Steuerregeln der verbleibende Entscheidungsfaktor sein. Um Rechtskosten für Steuererklärungen zu vermeiden, ist es immer ratsam, sich vor einer Investition Klarheit über die Besteuerung zu verschaffen.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel illustrativ ist und nicht alle Spezifika zu diesem Thema wiedergeben kann. Ihr Fall kann abweichen. Wir empfehlen immer, einen erfahrenen Spezialisten zu konsultieren, bevor Sie Entscheidungen treffen.

Mehr lesen…

  • Bundesministerium für Finanzen über Besteuerung der Kapitalerträge—link
  • Wirtschaftskammer Österreich über Besteuerung der Kapitalerträge—link
  • Österreichische Platform Kapitalmarkt Services—link

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