UN in Vienna - local tax for employees

UNO-Angestellte in Wien: Vermeiden Sie Steuerprobleme in diesen 5 Fällen

Steuerbefreiungen—nicht schrankenlos

Der UNO-Sitz in Wien wurde auf Basis eines Abkommens mit der Republik Österreich errichtet. Dieses Abkommen besteht seit 1998 und regelt nicht nur die Rechte und das Verhältnis zur UNO als Institution, sondern auch zu deren Mitarbeitern. Dazu gehört auch die Steuerbefreiung—die allerdings nicht ohne Grenzen ist.

Der Begriff der Angestellten schließt in diesem Zusammenhang nicht alle Personen ein, die bei der UNO tätig sind. Die Prüfung der Anwendbarkeit der hier genannten steuerlichen Begünstigungen ist immer eine wichtige Vorfrage.

Das österreichische Befreiungssystem

In Österreich werden die Befreiungen grundsätzlich auf bestimmte Einkunftsquellen angewendet, nicht auf bestimmte Personen. Das Abkommen weicht zwar auf den ersten Blick von diesem bewährten System ab, da die Privilegien den Bediensteten als bestimmten Personen zugeordnet werden (im Abschnitt 37: “Die Angestellten der Vereinten Nationen genießen in und gegenüber der Republik Österreich folgende Privilegien und Immunitäten…”), jedoch beziehen sich die Steuerbefreiungen auf bestimmte Einkünfte (z.B. im Abschnitt 37 lit d: “…Besteuerung der Gehälter, Bezüge, Vergütungen und Ruhegenüsse, die sie von den Vereinten Nationen… erhalten;”). Somit sind die Angestellten der UNO als natürliche Personen grundsätzlich steuerpflichtig—es sind lediglich bestimmte Einkünfte befreit.

Befreiung ausländischer Einkünfte—Abschnitt 37 lit f

Abgesehen von den Einkünften aus der UNO enthält das Abkommen eine allgemeine Befreiungsklausel: “…Befreiung von der Besteuerung aller Einkünfte und Vermögenswerte der Angestellten und ihrer im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienangehörigen, sofern diese Einkünfte aus Quellen außerhalb der Republik Österreich stammen oder sofern sich diese Vermögenswerte außerhalb der Republik Österreich befinden;…”. Anders formuliert könnte man sagen, dass—sofern keine spezielle Regel greift—alle Einkünfte und Vermögen von Beamten der UNO steuerpflichtig sind, wenn die Quelle oder das Vermögen in Österreich liegt.

Pech für österreichische Bürger—Abschnitt 39

Die Privilegien gelten nicht für jeden Angestellten gleichermaßen. Gemäß § 39 gilt die allgemeine Befreiung für ausländische Einkünfte in § 37 nicht für (a) österreichische Staatsangehörige und (b) Staatenlose mit Wohnsitz in Österreich.

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Fall #1: Inländische aktive Einkünfte ohne Verbindung zu den Vereinten Nationen

Gehälter, Bezüge, Abfindungen und Pensionen, die von den Vereinten Nationen gezahlt werden, sind steuerfrei. Diese Posten sind höchstwahrscheinlich das einzige aktive Einkommen eines UNO-Mitarbeiters. Der Fall eines zusätzlichen aktiven Einkommens ist eher marginal und wird daher in diesem Artikel nicht ausführlich behandelt. Sollte dieser Mitarbeiter jedoch zusätzliche aktive Einkünfte aus einer anderen Beschäftigung oder Geschäftstätigkeit in Österreich haben, sind die möglichen Steuererklärungspflichten jedenfalls genau zu prüfen.

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Fall #2: Inländische Kapitalerträge

Passive Einkünfte sind viel mehr der Fall. Wenn die Kapitalanlage in Österreich erfolgt, fällt sie nicht unter die Befreiung des Abschnitts 37 lit. f und folglich fällt die österreichische Kapitalertragsteuer an. Beachten Sie, dass es in den meisten Fällen die Pflicht der Emissionsstelle ist, die Steuer für die natürliche Person einzubehalten und zu deklarieren. Wenn Sie z.B. Gesellschaftsanteile einer österreichischen GmbH halten, muss die Gesellschaft die Kapitalertragssteuer für Sie einbehalten und abführen, wenn sie Dividenden ausschüttet. Nichtsdestotrotz sollte die Frage, ob und wie diese Steuer abgeführt werden muss, Teil der Anlageüberlegungen sein. Es gibt Alternativen bei denen diese Pflichten nicht von der Institution übernommen werden.

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UNO Angestellte Immobilien und Steuern in Österreich

Fall #3: Inländische Immobilienerträge

Auch der inländische Verkauf und die Vermietung von Immobilien fallen nicht unter die Befreiung des Abschnitts 37 lit f. Das bedeutet, dass Einkünfte aus einer vermieteten Immobilie in Österreich grundsätzlich steuerpflichtig sind. Österreich hat jedoch eine besondere Regelung, wenn es um die Besteuerung von privaten Vermietungen geht. In den meisten Fällen ist die vermietete Immobilie als kleine Vermietung zu qualifizieren (z.B. ein Ferienhaus). Die österreichischen Behörden werden in einem solchen Fall die Steuerbarkeit verneinen, es sei denn, eine Finanzprognose kann nachweisen, dass innerhalb von 20 Jahren nach der ersten Vermietung ein Gesamtgewinn zu erwarten ist. Unnötig zu sagen, dass Immobilien ihre Komplexität haben und wir empfehlen, jedes Vermietungsprojekt oder jeden Verkauf mit einem Steuerberater zu besprechen.

Wir werden einen separaten Beitrag schreiben, der sich mit der Vermietung
von Privateigentum beschäftigt. Sollten wir uns beeilen?
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Fall #4: Regelmäßiger Verkauf von privaten Gegenständen

Der Verkauf von anderen privaten Gegenständen kann unter gewerbliche Tägikeit fallen. Allgemein liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor, wenn eine selbständige, nachhaltige Betätigung mit Gewinnabsicht unternommen wird. Beim Verkauf von privaten Gegenständen sind Selbständigkeit und Gewinnabsicht in der Regel gegeben, somit bleibt in der Regel die Frage der Nachhaltigkeit. Eine nachhaltige Tätigkeit kann bereits bei Wiederholungsabsicht begründet werden, obwohl es noch zu keinem Wiederholung gekommen ist.

Wir haben den Verkauf von privaten Gegenständen bereits in unserem Beitrag über Kryptowährung erwähnt

Fall #5: Ausländische Einkünfte aller Art—potentiell doch steuerpflichtig

Wie oben besprochen, sind die ausländischen Einkünfte durch § 37 lit f befreit. Das bedeutet, dass Österreich diese Einkünfte nicht besteuern kann. Dennoch besteht die wahrscheinliche Möglichkeit, dass die ausländischen Einkünfte im Ursprungsland zumindest teilweise steuerpflichtig sind. Für Dividenden beispielsweise haben sich die meisten Länder in ihren internationalen Steuerabkommen ein Recht auf eine Quellensteuer von 15% vorbehalten. Bei Immobilien gibt es oft eine Besteuerung im ausländischen Staat in Verbindung mit einem System von Steueranrechnungen. Eine gut platzierte Auslandsinvestition kann zu einer niedrigeren Steuer als in Österreich führen. Es sollte jedoch nicht die Erwartung bestehen, dass keinerlei Steuern anfallen.

Nebenbemerkung: Importe von persönlichen Gegenständen

Die Einfuhrsteuern sind vor allem deshalb erwähnenswert, weil dies ein Punkt ist, an dem die meisten UNO-Mitarbeiter unnötigerweise zahlen. Zusätzlich zur zollfreien Einfuhr eines Fahrzeugs alle vier Jahre, haben sie auch Anspruch auf die steuerfreie Einfuhr von persönlichen Gegenständen—dies kann besonders nach dem Umzug nach Wien zur Anschaffung neuer Möbel nützlich sein. Wichtig ist, dass die einfuhrsteuerlichen Überlegungen vor jedem Kauf angestellt werden, da die meisten Einzelhändler im Vorfeld eine spezielle Absprache benötigen, um geeignete Dokumente auszustellen

Zusammenfassung

UNO-Angestellte in Wien haben viele Privilegien. Es wäre jedoch ungenau zu sagen, dass sie keine Steuerpflichten haben. Vor allem im Bereich der passiven Einkünfte aus Immobilien und Kapitalerträgen, die prinzipiell entweder im Inland oder im Ausland eine Besteuerung auslösen. Ein weiteres Privileg, das übersehen wird, ist die steuerfreie Einfuhr von Gegenständen für den persönlichen Gebrauch, wie z.B. Möbel.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel illustrativ ist und nicht alle Spezifika zu diesem Thema wiedergeben kann. Ihr Fall kann abweichen. Wir empfehlen immer, einen erfahrenen Spezialisten zu konsultieren, bevor Sie Entscheidungen treffen.

Mehr lesen…

– Abkommen zwischen der Republik Österreich und den Vereinten Nationen über den Sitz in Wien (link)

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